PSVaG PENSIONS-SICHERUNGS-VEREIN

Die Geschichte des PSVaG

In der nachstehenden Chronik finden Sie in aller Kürze einen zeitlichen Überblick zu der Entwicklungsgeschichte des PSVaG. Die Chronik des PSVaG ist auch ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahrzehnte. Das wirtschaftliche Auf und Ab ist – mit einem Zeitverzug – messbar am jährlichen Schadenaufkommen und Beitragssatz.

ab 1968

Erste Überlegungen zur Schaffung eines Betriebsrentengesetzes und sozialpolitische Diskussionen führen 1974 zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung.

1974

Gründung des PSVaG als Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Wirtschaft durch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V., den Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. und den Verband der Lebensversicherungs-Unternehmen e. V.

Im Dezember 1974 wird das „Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung“ (BetrAVG) mit Bestimmung des PSVaG als gesetzlichem Träger der Insolvenzsicherung (§ 14 BetrAVG) im Bundestag verabschiedet.

1976

Der erste Großschaden durch Konkurs der Anker-Werke verschafft der Arbeit des PSVaG breite Anerkennung in Politik, Gewerkschaftsverbänden und Öffentlichkeit.

1977 – 1981

Der PSVaG etabliert sich zu einer festen Institution in der Bundesrepublik Deutschland mit BDA-Präsident Otto Esser als Aufsichtsratsvorsitzendem ab 1978 (Nachfolger des im Jahre 1977 ermordeten Aufsichtsratsvorsitzenden und BDA-Präsident Dr. Hanns Martin Schleyer).

1982

Die bis dahin größte Insolvenz der deutschen Nachkriegsgeschichte (AEG) führt 1982 zu einem gerichtlichen Vergleich mit einer Rekordbelastung der Solidargemeinschaft von 1,2 Mrd. DM (ca. 614 Mio. €).

1985 – 1990

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre kommt es zu einer Vielzahl von kleineren Insolvenzen, insbesondere in der Metall-, Stahl- und Textilbranche.

1990 – 1994

Am 01.01.1992 tritt das BetrAVG in den neuen Bundesländern in Kraft. Rezessive Wirtschaftsjahre führen zu einer Vielzahl von Unternehmensinsolvenzen. 

1995 – 1998

Nach 17-jähriger Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrats des PSVaG stellt sich Otto Esser (Ehrenpräsident der BDA) am 29. Juni 1995 nicht mehr zur Wiederwahl. Zu seinem Nachfolger wird BDA-Präsident Dr. Klaus Murmann gewählt.

Im Jahre 1996 treffen den PSVaG zahlreiche, auch größere Insolvenzen. Regelmäßige Studien widerlegen jedoch eindeutig die damals in der Öffentlichkeit anzutreffende Meinung, dass die mittleren und kleineren Unternehmen für die Schäden aus Insolvenzen großer Unternehmen aufkommen müssten.

1999 – 2001

1999 tritt die neue Insolvenzordnung in Kraft. Mit dem zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Großherzogtum Luxemburg geschlossenen Abkommen vom 22.09.2000 sichert der PSVaG ab 2002 die innenfinanzierte betriebliche Altersversorgung im Großherzogtum Luxemburg gegen Insolvenzen luxemburgischer Arbeitgeber.

2002 – 2005

Die Jahre 2002 und 2003 treffen die Mitglieder des PSVaG erstmals mit einem Beitragsvolumen von jeweils mehr als 1,0 Mrd. € durch die Insolvenzen Philipp Holzmann, Fairchild Dornier und Babcock-Borsig. Im Jahre 2005 wird das bis dahin höchste Beitragsvolumen mit über 1,2 Mrd. €, insbesondere auch durch die Insolvenz Walter Bau, erhoben.

Die Mitgliederanzahl steigt in Folge der gesetzlichen Neuregelungen zur Entgeltumwandlung (seit 1999) erheblich an.

2006 – 2008

Nach elfjähriger Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrats des PSVaG stellt sich Dr. Klaus Murmann (Ehrenpräsident der BDA) am 7. Juli 2006 nicht mehr zur Wiederwahl. Zu seinem Nachfolger wird BDA-Präsident Dr. Dieter Hundt gewählt.

Im 2006 geänderten Finanzierungsverfahren werden erstmals auch Anwartschaften in die Finanzierung einbezogen. Im Jahre 2007 beginnt nach entsprechender Gesetzesänderung die 15-jährige Nachfinanzierungsphase für die bis dahin nicht finanzierten, vom PSVaG aber gesicherten Anwartschaften. Hieraus ergibt sich das Nachfinanzierungsvolumen mit rd. 2,2 Mrd. €.

2009

Im Jahre 2009 hat der PSVaG als Folge der großen Finanz- und Wirtschaftskrise ein Schadenvolumen von über 4 Mrd. € zu tragen und macht erstmals von der im Jahr 2006 eingeführten gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch, einen Teil des erforderlichen Beitrags (Beitragssatz 14,2 Promille) auf die Jahre 2010 bis 2013 zu verteilen (sog. Glättungsverfahren).

2010 – 2013

Seit 2010 kann eine Entspannung der Insolvenzentwicklung festgestellt werden. Die Beitragssätze konnten seither unterhalb bzw. in 2012 genau in Höhe des durchschnittlichen Beitragssatzes (der Jahre 1975 – 2013) von 3 Promille festgesetzt werden.

2014

Im schadenärmsten Jahr seit Ende der 1990er Jahre wurden bei gleichzeitiger Absenkung des Beitragssatzes die Reserven gestärkt. Die Erhöhung der Verlustrücklage folgt aus einer Änderung von § 5 der Satzung, die Erhöhung des Ausgleichsfonds beruht auf neuen Regeln zur Festsetzung des Ausgleichsfonds seitens der BaFin.